Die Europäische Union ist eine kluge Idee – sie basiert auf Zusammenarbeit, Verantwortung und gemeinsamer Entscheidungsfindung. Doch diese Idee steht unter Druck: Nationale Interessen bremsen den Fortschritt, Verantwortung wird weitergereicht und Entscheidungen werden aufgeschoben.
Was passiert, wenn niemand eingreift? Wenn jeder auf eigene Faust handelt?
Am Ende bleibt jemand übrig – nicht, weil er der Fähigste ist, sondern weil niemand eingegriffen hat.
In einer Arena bewegen sich identische Roboter umher – gleich in Geschwindigkeit und Design, und ohne Ziel. Jeder trägt einen Heliumballon, auf den das Gesicht eines europäischen Regierungschefs gedruckt ist. Sobald das System startet, wandern die Roboter zufällig umher. Jedes Mal, wenn zwei zusammenstoßen, löst sich ein Ballon – ein Land scheidet aus. Schließlich bleibt nur ein Ballon übrig. Eine Figur. Der „Letzte Delegierte“. Dieser Staatschef übernimmt für ein Jahr die Kontrolle über die EU.
Das Ergebnis ist zufällig – doch die Fragen, die es aufwirft, sind real: Wie würde sich Europa unter Viktor Orbán verändern? Was würde Friedrich Merz durchsetzen? Wer würde davon profitieren – und wer wäre benachteiligt?
Ballot Ballet ist ein Modellszenario: Wie funktioniert Macht in Europa, wenn Verantwortung zweitrangig wird? Und was kann ich als Einzelperson dagegen tun?